Kfz/Fuhrpark

Russland verbietet LKW aus der EU die Einreise. Was bedeutet das für den Versicherungsschutz?

Die russische Regierung verhängt ein Einfuhrverbot für LKW aus der EU, Norwegen, der Ukraine und Großbritannien.

19. Oktober 2022: Update zum Thema „Russland verbietet LKW aus der EU die Einreise“ vom 6. Oktober 2022

Ergänzend zu dem untenstehenden Bericht bezüglich des Einreise- und Transitverbotes für ausländische Transportunternehmen nach Russland informieren wir Sie in unserem Update über folgende Ausnahmeregelungen (Quelle: Helvetia Versicherung).

Von dem Verbot ausgenommen sind:
1.    Internationale Straßentransporte von Postsendungen
2.    Grenzüberschreitende Beförderungen von Gütern, die russischen Ausnahmeregelungen unterliegen 
3.    Internationaler Güterverkehr auf der Straße vom Gebiet anderer Staaten in das Gebiet des Kaliningrader Gebiets und umgekehrt
4.    Umladung von Waren auf russische oder belarussische Fahrzeuge, sofern diese Transportunternehmen über Genehmigungen für die vorausgehende und/oder nachfolgende Strecke verfügen und umgekehrt
5.    Austausch von Anhängern/Aufliegern gegen russische oder belarussische Fahrzeuge, sofern diese Transportunternehmen über Genehmigungen für die vorausgehende und/oder nachfolgende Strecke verfügen, und umgekehrt.
 
Bitte beachten Sie: Für die in den Punkten 3-5 beschriebenen Szenarien darf die Kraftstoffmenge in den Tanks ausländischer Güterfahrzeuge, die Russland verlassen, 200 Liter nicht überschreiten.

Für die in den Punkten 4 und 5 beschriebenen Szenarien sind der Austausch und die Umladung nur in ausgewiesenen zollamtlich kontrollierten Gebieten erlaubt:
•    Gebiet (Oblast) Kaliningrad (alle Stadtbezirke),
•    Gebiet (Oblast) Leningrad (Stadtbezirk Wyborg, Stadtbezirk Kingisepp),
•    Gebiet (Oblast) Murmansk (Stadt Murmansk, Stadtbezirk Pechengky, Bezirk Kolsky, Bezirk Kandalaksha),
•    Gebiet (Oblast) Pskov (Stadt Pskov, Bezirk Sebezh, Bezirk Pechora, Bezirk Pytalovsky),
•    Republik Karelien (Stadtbezirk Kostomuksha, Bezirk Lakhdenpokhsky, Bezirk Loukhsky, Bezirk Sortavalsky),
•    St. Petersburg.


Ab dem 10. Oktober 2022 dürfen Lastwagen aus den genannten Ländern nicht mehr nach Russland fahren oder russisches Gebiet durchqueren. Das legt die am Samstag (1. Oktober) von Russland veröffentlichte Verordnung fest.
 
In der Verordnung, die als Reaktion auf die Sanktionen der EU zu verstehen ist, heißt es, dass sowohl der Gütertransport im bilateralen Handel als auch der Transit oder die Einfahrt aus Drittländern betroffen seien. Die Bestimmungen betreffen neben der EU auf dem europäischen Kontinent auch Norwegen, Großbritannien und die Ukraine.

Die Verordnung tritt am 10. Oktober in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 2022. 

Was bedeutet das für Ihren Versicherungsschutz in der Verkehrshaftung?

Der angekündigte Einfuhrstopp betrifft in besonderem Maße auch den Versicherungsschutz in der Verkehrshaftung. Verfügung von hoher Hand, Wegnahme oder Beschlagnahme seitens einer staatlich anerkannten Macht sind marktüblich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. 

Um Missverständnisse oder Schäden zu vermeiden, empfehlen Versicherer den Versicherungsnehmern daher verschiedene Maßnahmen. Auch die Verkehrshaftungsspezialistinnen und -spezialisten der Ecclesia Gruppe schließen sich den unten genannten Empfehlungen an. 

  • Holen Sie die Fahrzeuge und Ihr Personal rechtzeitig zurück: Zum Ende der Frist (10. Oktober) dürfte es an den Grenzübergängen zu längeren Wartezeiten kommen, wodurch eine rechtzeitige Ausreise aus Russland gefährdet sein kann. Planen Sie daher ausreichend Zeit (mindestens etwa ein bis zwei Tage) ein.
  • Sofern eine rechtzeitige Rückkehr nicht möglich ist, sollten Transporte umdisponiert oder abgebrochen werden. Holen Sie unbedingt im Vorfeld schriftlich verbindliche Weisungen von Ihren Auftraggebern ein.
  • Kommunizieren Sie schnellstmöglich mit Ihren Auftraggebern. Sollten Sie gerade Transporte durch oder nach Russland durchführen, oder damit beauftragt sein, und eine rechtzeitige Rückkehr bis zum 10. Oktober ist nicht gewährleistet, gehen Sie direkt auf ihre Auftraggeber zu. Dies gilt auch für Transit und Einfahrt aus Drittländern.

Für weitere Fragen rund um das Thema Versicherungsschutz und Ukrainekrieg stehen Ihnen die deas-Kundenberaterinnen und -berater gern zur Verfügung.


Lesen Sie weitere Informationen zur Verkehrshaftung, der Transporthaftung und zu Themen, die mit dem Ukraine-Konflikt in Verbindung stehen.
 

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