Transport/Verkehrshaftung

Transportversicherung

Aus Sicht der Transportversicherung beurteilen die Expertinnen und Experten des deas-Schwesterunternehmens SCHUNCK die Lage zum aktuellen Zeitpunkt (21. März 2022).

Die in der Ukraine vorliegende Situation ist als Krieg einzustufen, da Russland ukrainisches Territorium besetzt und somit aus westlicher Sicht einen völkerrechtlichen Verstoß begangen hat.

Aus Sicht Ihres Versicherungsschutzes sind aktuell besonders politische Risiken, also die Mitversicherung von Krieg, Streik und Beschlagnahme, zu beachten.

Die Gefahren des Krieges, Bürgerkrieges oder kriegsähnlicher Ereignisse und solche, die sich unabhängig vom Kriegszustand aus der feindlichen Verwendung von Kriegswerkzeugen sowie aus dem Vorhandensein von Kriegswerkzeugen als Folge einer dieser Gefahren ergeben, sind in der Transportversicherung im Grundsatz ausgeschlossen.

Dieser Ausschluss wird in den Policen der SCHUNCK GROUP über die sogenannte „DTV-Güter 2008 Kriegsklausel für die Versicherung von Seetransporten sowie von Lufttransporten im Verkehr mit dem Ausland“ wieder eingeschlossen. In dieser Klausel sind jedoch keine Schäden durch Kriegsaktionen an Land versichert, sondern sie erfasst ausschließlich Seetransporte sowie Lufttransporte im Verkehr mit dem Ausland. Für solche Beförderungen besteht auch für Kriegsrisiken voller Versicherungsschutz im Rahmen unserer Policen.

Da es sich offenkundig um eine Kriegshandlung handelt, greift in diesem Fall die in den Policen der SCHUNCK GROUP vereinbarte DTV Streik- und Aufruhrklausel nicht. Diese würde auch an Land Verlust oder Beschädigung der versicherten Güter, die verursacht werden durch Streikende, Ausgesperrte oder durch Personen, die sich an Arbeitsunruhen, terroristischen oder politischen Gewalthandlungen, unabhängig von der Anzahl der Personen, oder an Aufruhr und sonstige bürgerlichen Unruhen beteiligen, decken.

Risiken der Beschlagnahmen und Entziehungen von „Hoher Hand“ sind ebenfalls grundsätzlich in den allgemeinen Versicherungsbedingungen der Transportversicherung ausgeschlossen. In Policen der SCHUNCK Group schließen wir diese Risiken durch die Beschlagnahmeklausel der DTV-Güter 2008 oder individuellen Vereinbarungen mit ein. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass in der Regel keine kriegsbezogenen Beschlagnahmen versichert sind.

Die drei genannten Einschlüsse für politische Gefahren beinhalten üblicherweise ein kurzfristiges Sonderkündigungsrecht für den Versicherer von 2 Tagen, um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können.

Hiervon haben bereits einige Versicherungsgesellschaften Gebrauch gemacht und den Versicherungsschutz für politische Gefahren in den Gebieten der Ukraine, Russlands und Weißrusslands (Belarus) gekündigt beziehungsweise deutlich eingeschränkt.

Für die Gefahren Krieg und Streik gilt nun ein Ausschluss innerhalb der völkerrechtlich anerkannten Staatsgebiete der Ukraine und Belarus und innerhalb des Staatsgebietes von Russland in einer Entfernung von weniger als 200 Kilometer zur völkerrechtlich anerkannten Grenze der Ukraine.

Beschlagnahmerisiken sind gänzlich innerhalb der Ukraine, Russlands und Belarus ausgeschlossen worden.

Die Versicherer signalisieren jedoch einen Wiedereinschluss der Risiken in den genannten Gebieten, wenn sich die Lage dort normalisiert hat. Dies wird über unabhängige Ratingagenturen festgestellt.

Wichtig: Für bereits begonnene Transporte gilt dieses Sonderkündigungsrecht nicht.

 

Weitere mögliche Vermögensschäden im Zusammenhang der Krise

Verspätungsschäden sind über Einschlüsse in der Transportversicherung im Rahmen der Vermögensschadensklausel nicht gedeckt, da diese einen expliziten Ausschluss für die Gefahren des Krieges, Bürgerkrieges oder kriegsähnlicher Ereignisse beinhaltet. Dies kann aber gegebenenfalls in einzelvertraglichen Fällen anders geregelt sein.

Etwaige Mehrkosten für die Änderung geplanter Strecken oder Zwischenlagerungen sind im Einzelfall über die SCHUNCK-Policen oder nach Abstimmung mit dem Versicherer als Kosten für die Schadenabwendung ersatzpflichtig. Es ist empfohlen, diese Änderungen vorab mit dem Versicherer oder mit Ihrer SCHUNCK-Kundenberaterin oder -Kundenberater abzustimmen, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden (Stichwort: Gefahränderung).

Zudem gilt es unbedingt, die aktuelle Sanktionslage zu beachten. Aktuelle Informationen sind auf der Homepag BUNDESAMTES für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle abrufbar.

Nach letztem Stand wurden durch die Europäische Union (EU) vier neue Sanktionspakete gegen Russland sowie weitere Sanktionen gegen die Krim- und Donbassregion der Ukraine und Belarus eingeführt. Die Sanktionen sehen vor allem Waffenembargos sowie Handelsbeschränkungen für Dual-Use-Güter und bestimmte Güter für die Ölindustrie vor. Ferner wurde Russland der Zugang zum Kapitalmarkt der Europäischen Union gekappt und der Handel mit diversen Unternehmen und Personen verboten. Hierzu zählt unter anderem auch der Präsident der Russischen Föderation Vladimir Putin.

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