Technische Versicherung
Die Photovoltaik-Anlage: effektiv (und) abgesichert
Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch
Neben Wind- und Wasserkraft spielt die Sonnenenergie eine zentrale Rolle für die Energieversorgung der Zukunft. Schon heute reicht ein Bruchteil der Sonnenenergie, die täglich auf der Erde ankommt, um den weltweiten Energiebedarf zu decken und unseren Wohlstand zu sichern – wenn sie effizient genutzt wird.
Insgesamt wurden in Deutschland vergangenes Jahr nach Angaben des Umweltbundesamts 284 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Den größten Teil lieferten dabei Windkraft und Photovoltaik: An der Spitze steht die Windkraft mit etwa 27 Prozent Anteil am Strommix. Die Photovoltaik trägt mit rund 19 Prozent ebenfalls einen bedeutenden Teil bei – Tendenz steigend.
Versicherungsschutz für Photovoltaik-Anlagen – worauf es ankommt
Seit mehr als 20 Jahren werden Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) in Deutschland großflächig installiert und gefördert – vor allem zur Stromgewinnung, entweder auf Dächern oder als Freianlagen. Die Absicherung dieser Anlagen erfolgt meist über spezielle Wordings in den Policen, die auf den Bedingungen der Elektronikversicherungen basieren, jedoch auf die Besonderheiten von PV-Anlagen zugeschnitten wurden. Freiflächenanlagen lassen sich relativ unkompliziert versichern. Das früher hohe Diebstahlrisiko hat durch Preisverfall und bessere Sicherungssysteme stark abgenommen. Elementarschäden, etwa durch Sturm oder Hagel, sowie Risiken bei schwierigen Standorten wie Deponien, Hanglagen oder schwimmenden Anlagen nehmen hingegen zu.
Deutlich herausfordernder ist die Absicherung von Anlagen auf Dächern – insbesondere auf gewerblich genutzten Gebäuden. Die PV-Anlage selbst lässt sich zwar problemlos versichern, Schwierigkeiten entstehen aber bei der ggf. bestehenden Gebäudeversicherung. Der Grund: Viele Versicherer verweigern die Deckung des Gebäudes, wenn Photovoltaikanlagen auf brennbarer Bedachung oder auf Dächern mit brennbaren Dämmmaterialien installiert werden sollen. Zwar ist das Risiko des Eintritts eines Brandes durch die PV-Anlage gering, aber das potenzielle Ausmaß ist schwer kontrollierbar. Vorschläge wie besondere Löschanlagen oder Dämmstoffaustausch erhöhen die Kosten erheblich. Andere Alternativen wie zum Beispiel Bekiesung scheitern oft an der Statik des Gebäudes. Daher gilt: Frühzeitig das Gespräch mit dem Versicherungsmakler suchen. Gemeinsam lassen sich Anforderungen, Risiken und Absicherungsmöglichkeiten klären – und spätere böse Überraschungen vermeiden.
Wichtige Punkte bei Planung und Installation
Besonderes Augenmerk sollte auf die Brandgefahr durch bestimmte Dachkonstruktionen gelegt werden. Laut VdS-Richtlinie 6023 bestehen die Dachabdeckungen vieler älterer (Flachdach-)Gebäude aus leicht entflammbaren Materialien wie Bitumen – häufig in Kombination mit brennbarer Dämmung (z. B. PUR). Wenn auf derartigen Dachkonstruktionen eine PV-Anlage errichtet wird, ergibt sich ein schwer beherrschbares Risiko, da sich ein Brand schnell ausbreiten kann. Darüber hinaus werden Brände auf Dächern oft spät erkannt – insbesondere auf großen oder schwer zugänglichen Dächern. Dadurch werden die Löschmaßnahmen erschwert, und die Gebäudeschäden sind im Ernstfall erheblich. Dies ist neben etwaigen Betriebsausfallszenarien auch im Hinblick auf den Personenschutz problematisch. Das ist die große Herausforderung für Planer, Installateure und Betreiber von Photovoltaikanlagen.
"Ob Freiflächenanlage mit einem Wert von mehreren Millionen Euro oder kleine Dachlösung – mit den speziellen Produkten der deas lassen sich PV-Anlagen zu attraktiven Konditionen absichern." Andreas Potzelt | Spartenleiter Technische Versicherung | deas Deutsche Assekurankmakler GmbH |
Organisatorische Maßnahmen zur Risikominimierung
Ein aktives Risikomanagement ist daher entscheidend. Folgende Maßnahmen werden gesetzlich und behördlich empfohlen:
- Regelmäßige Prüfungen und Wartungen nach VDE 0105-100 bzw. VDE 0126-23-1 und -2
- Halbjährliche Sichtkontrolle sowie nach Extremwetterereignissen
- Jährliche Thermografie (Wärmebildprüfung)
- Messtechnische Überprüfung mindestens alle vier Jahre
- Keine automatische Wiedereinschaltung bei Störmeldungen – klare Meldewege definieren
- Angepasste Reaktionszeiten für interne Abläufe und Feuerwehr
- Ersatzmaßnahmen bei vorübergehend deaktivierten Sicherheitsanlagen
Fazit
Ob Freiflächenanlage mit einem Wert von mehreren Millionen Euro oder kleine Dachlösung – mit den speziellen Produkten der deas lassen sich PV-Anlagen zu attraktiven Konditionen absichern. Aber: Wer eine PV-Anlage auf seinem Dach installieren möchte, sollte im Vorfeld mit seinem Versicherungsmakler die Versicherbarkeit des Gebäudes klären. So lassen sich teure Umbauten oder der Verlust des Versicherungsschutzes vermeiden.