Die Arbeitswelt altert, während sie sich gleichzeitig beschleunigt. Erwerbsbiografien verlaufen nicht mehr linear, Fachkräfte werden knapper, Sicherungssysteme fragiler. Was früher als Personalthema galt, entwickelt sich zunehmend zu einer strategischen Infrastrukturfrage: Wie lange können Menschen arbeiten – körperlich, mental und fachlich? Und wie schaffen Unternehmen Strukturen, die Stabilität ermöglichen, obwohl Planbarkeit zur Ausnahme wird? Jutta Rump, Professorin an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen und Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability IBE in Ludwigshafen, ordnet im Gespräch ein, warum Beschäftigungsfähigkeit zur entscheidenden Ressource wird – und weshalb Personalpolitik ohne langfristige Perspektive zur operativen Dauerkrise verkommt.