Kfz/Fuhrpark
Elektromobilität kommt – aber nicht schnell genug
Die Elektromobilität gewinnt in Deutschland spürbar an Fahrt. Im Jahr 2025 wurden 545.142 batterieelektrische Pkw neu zugelassen – so viele wie nie zuvor. Ihr Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen lag damit bei 19,1 Prozent und damit 43,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch insgesamt gewinnen alternative Antriebe im Fahrzeugmarkt deutlich an Bedeutung. Rund 1,68 Millionen der neu zugelassenen Fahrzeuge verfügten 2025 über einen alternativen Antrieb. Dazu zählen neben batterieelektrischen Fahrzeugen auch Hybrid- und Plug-in-Hybridmodelle sowie Fahrzeuge mit Brennstoffzellen- oder Gasantrieb. Damit entfielen 59 Prozent aller Neuzulassungen auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Die Zahlen zeigen: Der Wandel im Fahrzeugmarkt hat begonnen. Doch ein Blick auf die Emissionsentwicklung macht deutlich, dass der Fortschritt bislang nicht ausreicht.
Verkehrssektor bleibt Sorgenkind der Klimapolitik
Trotz wachsender Elektromobilität gehört der Verkehrssektor weiterhin zu den größten Herausforderungen der deutschen Klimapolitik. Nach aktuellen Daten des Umweltbundesamtes verursacht der Bereich rund 146 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr und liegt damit immer noch deutlich über den im Klimaschutzgesetz vorgesehenen Zielwerten. Während Industrie und Energiewirtschaft ihre Emissionen in den vergangenen Jahren teilweise deutlich reduzieren konnten, stagnieren die Werte im Verkehr seit längerem auf hohem Niveau. Deshalb richtet sich ein großer Teil der klimapolitischen Erwartungen auf die Elektromobilität. Der technologische Wandel ist zwar sichtbar, sein Tempo reicht bislang jedoch nicht aus, um die ambitionierten Klimaziele zuverlässig zu erreichen.
Mehr Ladepunkte – aber noch nicht genug
Parallel zum Fahrzeugmarkt wächst auch die Ladeinfrastruktur. Nach Angaben der Bundesnetzagentur gab es Anfang 2025 rund 120.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland, darunter mehr als 30.000 Schnellladepunkte. Der Ausbau hat in den vergangenen Jahren deutlich an Dynamik gewonnen. Dennoch bleibt die Infrastruktur ein zentraler Faktor für die weitere Marktentwicklung. Denn nach Einschätzung der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur werden bis zum Ende des Jahrzehnts mehrere hunderttausend öffentliche Ladepunkte benötigt, um die steigende Zahl elektrischer Fahrzeuge zuverlässig versorgen zu können. Besonders im ländlichen Raum besteht nach wie vor ein deutlichen Ausbaubedarf.
Zuhause bleibt der wichtigste Ladeort
Auch beim Ladeverhalten zeigt sich ein klares Muster. Studien des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung gehen davon aus, dass 70 bis 80 Prozent aller Ladevorgänge zu Hause oder am Arbeitsplatz stattfinden. Öffentliche Ladepunkte werden vor allem auf längeren Strecken genutzt. Gleichzeitig unterscheiden sich die Kosten je nach Ladeort teilweise deutlich. Während das Laden zu Hause häufig günstiger als das Tanken fossiler Kraftstoffe ist, können Schnelllade-Tarife oder Roaming-Gebühren unterwegs die Kosten erhöhen. Für viele Autofahrer bleibt deshalb die Möglichkeit, zu Hause oder am Arbeitsplatz zu laden, ein entscheidender Faktor bei der Entscheidung für ein Elektrofahrzeug.
Akzeptanz entscheidet über Markterfolg
Neben Infrastruktur und Kosten spielt auch die gesellschaftliche Akzeptanz eine wichtige Rolle. Analysen der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität zeigen, dass viele Menschen bislang noch wenig praktische Erfahrung mit Elektrofahrzeugen haben. Gleichzeitig zeigt sich ein klarer Effekt: Wer bereits ein Elektroauto gefahren hat, bewertet die Technologie in der Regel deutlich positiver. Probefahrten, transparente Kostenvergleiche und eine verlässliche Ladeinfrastruktur können daher entscheidend dazu beitragen, bestehende Vorbehalte abzubauen.
Die kommenden Jahre entscheiden über die Verkehrswende
Die aktuellen Marktdaten zeigen eine klare Entwicklung: Elektromobilität gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt der Verkehrssektor weiterhin deutlich hinter den Klimazielen zurück. Ob die Verkehrswende gelingt, wird sich in den kommenden Jahren entscheiden. Maßgeblich dafür sind der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur, sinkende Fahrzeugpreise – und politische Rahmenbedingungen, die den Umstieg auf elektrische Antriebe beschleunigen. Der Wandel hat begonnen. Ob er schnell genug voranschreitet, entscheidet über den Erfolg der Verkehrswende.
Elektromobilität in Deutschland
545.142
batterieelektrische Pkw wurden 2025 neu zugelassen.
19,1 %
betrug der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge an allen Pkw-Neuzulassungen.
59 %
der neu zugelassenen Pkw verfügten 2025 über einen alternativen Antrieb.
120.000
öffentliche Ladepunkte gibt es derzeit in Deutschland – darunter über 30.000 Schnellladepunkte.
146 Mio. Tonnen
CO₂-Emissionen verursacht der Verkehrssektor jährlich und bleibt damit über den Klimazielen.
15 Mio.
Elektroautos sollen laut Bundesregierung bis 2030 auf deutschen Straßen fahren.