Kfz/Fuhrpark

Steigende Reparaturkosten setzen Flottenversicherungen unter Druck

Die Prämien für Flottenversicherungen sind im vergangenen Jahr massiv gestiegen – Tendenz weiter steigend, denn die Versicherer könnten die Prämien weiter anpassen, um wieder in die Gewinnzone zu rücken. Ein Grund dafür ist in den Werkstätten zu finden, die höhere Kosten für Arbeitsstunden und Ersatzteile veranschlagen. Hinzu kommt die Anzahl der Schäden, die in Kombination mit den höheren Reparaturkosten die Schadenquote des Fuhrparks negativ beeinflussen und somit zu Beitragssteigerungen durch die Versicherer führen können.

Während die Zahl der Verkehrsunfälle in den zurückliegenden Jahren weitestgehend stabil geblieben ist, steigen die Kosten pro Schadenfall weiter an. Laut der Unfallbilanz des Statistischen Bundesamts (Destatis) registrierte die Polizei im vergangenen Jahr rund 2,5 Millionen Unfälle – immerhin ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bei 2,2 Millionen dieser Unfälle blieb es bei Sachschäden, was in etwa dem Vorjahreswert entspricht. Diese Daten zeigen: Zwar gibt es keinen dramatischen Rückgang der Unfallhäufigkeit, vielmehr bleiben Unfallzahlen und Personenschäden stabil auf hohem Niveau – und das bei erheblich steigenden Kosten pro Schaden.

Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) lag der durchschnittliche Pkw-Haftpflichtschaden im Jahr 2024 bei rund 4.250 Euro – etwa sieben Prozent mehr als im Vorjahr und fast 60 Prozent mehr als 2017. Hauptursachen sind nicht etwa größere Schäden der einzelnen Fälle – die stark gestiegenen Preise für Ersatzteile und die höheren Lohnkosten in den Werkstätten schlagen signifikant zu Buche. Auch für 2025 rechnet der GDV mit einem weiteren Anstieg der Schadenkosten: „In unserer aktuellen Hochrechnung gehen wir davon aus, in der Kfz-Versicherung rund 4,5 Prozent mehr für Schäden ausgeben zu müssen als im Vorjahr“, so GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Werkstätten und Ersatzteile werden immer teurer

Dies ist unter anderem auf die Preise von Kfz-Ersatzteilen zurückzuführen, die seit Jahren deutlich schneller steigen als die allgemeine Inflation. Dieser Trend hat sich in den vergangenen Monaten weiter fortgesetzt. Ersatzteile wie Scheinwerfer, Stoßfänger und Windschutzscheiben sind erneut teurer geworden. Zwischen August 2024 und August 2025 stiegen die Preise im Schnitt um knapp sechs Prozent, bei einzelnen Komponenten wie Vordertüren oder Motorhauben sogar um rund acht Prozent. Seit 2015 haben sich die Ersatzteilpreise damit um mehr als 80 Prozent erhöht – deutlich stärker als die allgemeine Inflation. Ein wesentlicher Treiber ist dabei der Designschutz, der Automobilherstellern eine monopolähnliche Marktstellung bei sichtbaren Ersatzteilen sichert.

Auch die Werkstattkosten haben neue Höchststände erreicht. Arbeiten an Mechanik, Elektrik oder Karosserie kosteten 2024 im Schnitt 202 Euro pro Stunde, Lackierarbeiten sogar 220 Euro. Damit sind die Stundensätze seit 2017 um rund 50 Prozent gestiegen – weit stärker als der Verbraucherpreisindex. Für Versicherer bedeutet das: Selbst bei konstanten Unfallzahlen steigen die Gesamtkosten pro Schaden kontinuierlich an.

Versicherer weiter unter Druck

Die wirtschaftlichen Folgen für die Versicherungsbranche sind erheblich. In den vergangenen zwei Jahren verzeichneten die Kfz-Versicherer versicherungstechnische Verluste von fast fünf Milliarden Euro. Viele Anbieter haben daraufhin ihre Beiträge angepasst, sodass die Einnahmen in diesem Jahr um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen dürften. Dennoch bleibt die Ertragslage angespannt: Der versicherungstechnische Gewinn dürfte laut GDV nur etwa drei Cent pro eingenommenem Euro betragen – ein denkbar knappes Polster angesichts weiter steigender Kosten.

Fazit: Kosten steigen – Lösungen sind gefragt

Die Unfallzahlen bleiben weitgehend konstant, doch die Kosten pro Schaden steigen ungebremst. Die technologische Komplexität moderner Fahrzeuge, steigende Löhne und teurere Ersatzteile treiben die Ausgaben immer weiter nach oben. Für Versicherer, Werkstätten und Unternehmen wird es damit zur zentralen Herausforderung, Wirtschaftlichkeit, Qualität und Sicherheit in Einklang zu bringen. Effizientere Schadenprozesse, Kooperationen mit Werkstattnetzen und mehr aktive Prävention könnten helfen, den Druck auf die Flottenversicherung mittelfristig zu mindern. Lesen Sie in unserem Artikel, welche exklusiven Vorteile deas-Kunden dennoch für sich nutzen können.

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