Transport/Verkehrshaftung

Verkehrshaftungsversicherungen

Der Versicherungsschutz seitens der Verkehrshaftung ist räumlich abhängig von der gewählten Versicherungspolice.

Während im Speditions-, Logistik- und Lagerversicherungsschein (SLVS)-Plus grundsätzlich ein weltweiter Deckungsschutz gilt (mit Ausnahme von Frachtverträgen im Straßengüterverkehr und Lagerverträgen), haben einige Verkehrshaftungs-Policen von unserem deas-Schwesterunternehmen SCHUNCK (insbesondere Frachtführer-Policen) den Versicherungsschutz individuell reduziert (zum Beispiel über die Fahrzeugliste). Darüber hinaus beziehen alle SCHUNCK-Verkehrshaftungs-Standardwordings die Ukraine und den europäischen Teil Russlands mit ein.

In der Regel bestehen entsprechende Ausschlüsse in den Bedingungen der Verkehrshaftungsversicherungen. So besteht kein Deckungsschutz bei Schäden, die nachweislich auf Krieg oder kriegsähnlichen Ereignisse, Bürgerkrieg, Aufruhr und sonstigen bürgerlichen Unruhen beruhen.

Die Versicherungsnehmer müssen damit rechnen, dass sich die Versicherer auf die Ausschlussklauseln im Schadenfall berufen werden und dass Transporte nach Russland, Belarus und in die Ukraine im Rahmen der Verkehrshaftung, sei es aufgrund von Sanktionen, sei es aufgrund des Kriegsausschlusses, nicht mehr versichert sind, sofern die aktuelle Sicherheitslage sich nicht entspannt.

Auch in der Verkehrshaftung sind regelmäßig die GDV-Sanktionsklausen zu beachten, welche auch Sanktionen und Embargos der USA einbeziehen. Demnach besteht Versicherungsschutz nur, soweit und solange dem keine auf die Vertragsparteien direkt anwendbaren Wirtschafts-, Handels- oder Finanzsanktionen beziehungsweise Embargos der USA, der Europäischen Union oder der Bundesrepublik Deutschland entgegenstehen.

Im Hinblick auf Sanktionen und entsprechende Klauseln verweisen wir zudem auf die Website des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle:

Bei Lieferverzögerungen (zum Beispiel bei Warentransporten aus oder nach Russland) gewähren die Verkehrshaftungsversicherungen Versicherungsschutz auf Basis der gesetzlichen Bestimmungen. Aber: Ob eine Haftung für Lieferfristüberschreitungen infrage kommt, muss der Prüfung im Einzelfall vorbehalten bleiben.

Bei Kenntnis der aktuell angespannten Sicherheitslage im Zeitpunkt des Vertragsschlusses wird man sich als Transportdienstleister kaum auf den Einwand eines unabwendbaren Ereignisses berufen können. Es besteht somit die Gefahr, dass man haftet (Haftungsebene) und gleichzeitig wegen des Ausschlusses Krieg etc. keinen Deckungsschutz (Versicherungsebene) erhält.

Weitere Informationen zu den Verkehrshaftungsversicherungslösungen unseres deas-Schwesterunternehmens SCHUNCK finden Sie hier.

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