Gebäude/Inventar/Vorräte

Wenn die weiße Pracht zur schweren Last wird

Schneedruck will richtig versichert sein

Als „Münsterländer Schneechaos“ sind die Tage vom 25. November bis 1. Dezember 2005 in die Wettergeschichte eingegangen. Bis zu 250.000 Menschen waren tagelang ohne Strom, weil Hochspannungsleitungen unter dem Gewicht des in kurzer Zeit gefallenen nassen Schnees nachgaben.

Die Ereignisse vor gut 15 Jahren waren zweifellos besonders, gilt doch Norddeutschland nicht unbedingt als extreme Winterregion. Aber auch wenn heutzutage „gefühlt“ weniger Schnee als früher fällt, niederschlagsreiche Winter gibt es immer wieder. Beispielsweise wurden im Januar 2011 in Ostwestfalen-Lippe zahlreiche Freiwillige Feuerwehrleute zum Einsatz beordert, um Schnee von Dächern öffentlicher Gebäude zu schaufeln und so die Last zu verringern. Für den Januar 2019 haben die Chroniken starken Schneefall in vielen Teilen Deutschlands vermerkt. Zuletzt wurde im Dezember 2020 für die Alpenregion wieder das Wort vom „Schneechaos“ bemüht.

 

Achtung bei Photovoltaik-Anlagen

Die Gefahr von Schäden durch Schneedruck auf Dächern besteht also durchaus. Im Vergleich zum Schadenpotenzial schwerer Stürme ist Schnee als allgemeines Risiko aber geringer einzustufen. Deas-Schadenexperte Andreas Iwanowicz weist auf einen Aspekt dennoch besonders hin: Dächer, auf die nachträglich eine Photovoltaik-Anlage gebaut wurde, tragen ohnehin eine größere Last. Kommt dann noch pappiger Schnee in großen Mengen obendrauf, kann das möglicherweise die Statik beeinträchtigen – und nicht zuletzt auch die Photovoltaik-Anlagen beschädigen. Etwa zehn Prozent aller Schäden an Solarstrom-Panels seien auf Schnee zurückzuführen, sagt Andreas Iwanowicz. „Auch die Rauch- und Wärmeabzugskuppeln auf den Dächern müssen trotz Schneelast einwandfrei funktionieren“, fügt er an.

„Räumpflichten gelten nicht nur auf der Erde, auch auf dem Dach“, fasst Sachversicherungsexperte Olaf Rüter plakativ zusammen und meint damit, dass die Gebäudebesitzer im Winter auch die Sicherheit ihrer Dachflächen und -aufbauten im Blick haben müssen. Deshalb sei es wichtig, Schneedruck in die Versicherungsdeckung aufzunehmen – selbst für Wohn- und Betriebsstätten der Flachlandtiroler. Andreas Iwanowicz weist darauf hin, dass es auch Schneelastwaagen gibt, die die Belastung des Daches messen und einen Alarm auf das Handy oder via Internet der Dinge an die Haustechnik geben.

Ein kleiner Sprung zurück ins Münsterland 2005. Die Ertragsausfallversicherungen, die die deas für ihre Kunden verhandelt hat, umfassen auch Ausfälle, wenn wie seinerzeit der Stromanbieter nicht liefern kann, weil die Leitungen abgerissen sind. Olaf Rüter: „Das ist Bestandteil unserer Vertragswerke, setzt aber voraus, dass in der Ertragsausfallversicherung eine Allgefahrendeckung gewählt worden ist.“

Bei Fragen zu Ihrem individuellen Versicherungsschutz stehen Ihnen unsere Expertinnen und Experten zur Verfügung. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

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