Übergreifend

Allgemeine Auswirkungen auf Unternehmensrisiken durch die Ukraine-Krise

Was bedeutet der Krieg in der Ukraine im Hinblick auf den Versicherungsschutz?

Welche Versicherungssparten sind betroffen?

Der Krieg in der Ukraine und das dadurch ausgelöste Leid erschüttert die Menschen in Europa und in anderen Teilen der Welt. Obwohl sich die Spannungen und der russische Truppenaufmarsch über Wochen hingezogen haben, saß der Schock zunächst tief, als am 24. Februar russische Militäreinheiten in die Ukraine vorrückten und es zu ersten Kampfhandlungen kam. Mittlerweile haben die EU, die USA, Großbritannien und andere Länder aber harte Sanktionen gegen Russland und seinen Verbündeten Belarus ausgesprochen. Eine weitere Verschärfung ist denkbar.

Sowohl der Krieg in der Ukraine als auch die Sanktionen gegen Personen und die russische Wirtschaft haben Auswirkungen auf deutsche Unternehmen. Zur Sorge um die eigenen Mitarbeitenden oder Geschäftspartner im Kriegsgebiet kommt die Unsicherheit in Bezug auf die Zukunft des geschäftlichen Engagements in der Ukraine und in Russland. Aus der Perspektive des Versicherungs- und Risikoberaters wollen wir an dieser Stelle einige aktualisierte Informationen in dieser sich ständig verändernden Situation geben.

Was passiert mit Standorten oder Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen in der Ukraine? Sind diese versichert?

Wichtig: Sollte Ihr Unternehmen eigene Betriebsstätten oder Tochtergesellschaften in der Ukraine haben, so sollte der bestehende Versicherungsschutz im Einzelfall unter Einbeziehung der lokalen Makler sowie Versicherer geklärt werden. Bitte nehmen Sie in einem solchen Fall Kontakt zu Ihrer deas-Kundenberaterin oder Ihrem deas-Kundenberater auf. Sie arbeiten intensiv mit unseren Partnern der GrECo-Group zusammen, die wiederum eng mit ihren ukrainischen Kolleginnen und Kollegen vernetzt sind und eine Task Force ins Leben gerufen haben, die alle Informationen sammelt. Mehr dazu finden Sie auch in unserem Text zu den Auswirkungen der Ukraine-Krise auf Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungen.

Was ist in der Zusammenarbeit mit Dienstleistern, Kunden oder Subunternehmern in der Ukraine, Russland oder Belarus zu beachten?

Grundsätzlich sollten Unternehmen, die Wirtschaftsbeziehungen zu Dienstleistern, Kunden, Lieferanten oder Subunternehmen in der Ukraine, Russland oder auch Belarus unterhalten, unbedingt die aktuelle Sanktionslage beachten.

Insbesondere die Sanktionen wirken sich auch auf die Frage nach Versicherungsschutz aus und können zahlreiche Branchen betreffen. Die EU hat beispielsweise Ausfuhrbeschränkungen oder -verbote für sogenannte Dual-Use-Produkte (militärisch und zivil nutzbar), für Produkte, die in der Luft- und Raumfahrt, in der Verteidigung oder in der Ölraffination eingesetzt werden sowie für den Finanzsektor verhängt.  

Als Interessenvertreter unserer Kunden und Ansprechpartner in allen Fragen der Versicherungs- und Risikoberatung beobachten wir die Entwicklung sehr genau. Da kein Risiko eines Unternehmens dem eines anderen gleicht, geht es immer wieder um Einzelfragen, die die deas-Kundenberaterinnen und deas-Kundenberater individuell prüfen und beantworten. Dabei können sie auf die Expertise der gesamten Ecclesia Gruppe zurückgreifen und bei Bedarf Spezialistinnen und Spezialisten aus allen Bereichen hinzuziehen.

Einen eigenen Überblick über die verhängten Sanktionen gibt die Internetpräsenz des  BUNDESAMTES für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Dort sind aktuelle Informationen abrufbar.

Mit Personen und Unternehmen, die auf Sanktionslisten stehen, darf nicht zusammengearbeitet werden beziehungsweise es dürfen ihnen keine Finanzressourcen zur Verfügung gestellt werden. In Versicherungsverträgen steht daher in der Regel eine Sanktionsausschlussklausel, die bewirkt, dass der Versicherungsschutz endet, sobald eine Sanktion wirksam wird. Ein solcher Vertrag darf auch nicht auf einem Markt platziert werden, auf dem die Sanktionen nicht gelten, von daher ist er von grundlegender Bedeutung. Dieser Ausschluss gilt zumeist auch für Sanktionen, die von Drittstaaten wie den USA oder Großbritannien ausgesprochen werden. Auch Waren, die unter ein Handelsembargo fallen, können nicht versichert werden.

Die Situation ist dynamisch. Jeder Kunde sollte entsprechende Due-Diligence-Systeme für Geschäftspartner vorhalten und seine Lieferketten engmaschig prüfen, ob sich gegebenenfalls durch diese Situation Bedrohungen für das eigene Geschäftsmodell ergeben. Die deas-Mitarbeitenden sind Ihre Transporteure für alle Informationen, die mit Fragen rund um den Versicherungsschutz und die komplexe Sanktionsthematik zusammenhängen. Sprechen Sie Ihre deas-Kundenberaterin oder Ihren deas-Kundenberater darauf an, ob und unter welchen Umständen Versicherungsschutz für Länder oder Wirtschaftszweige zu erhalten ist, gegen die Sanktionen verhängt wurden oder welche Konsequenzen sich für laufende Verträge ergeben, wenn der Versicherungsschutz aufgrund von Sanktionen eingestellt wird.

Mittlerweile gibt es auch erste Gegenmaßnahmen von russischer Seite. So hat die russische Zentralbank bekannt gegeben, dass es russischen Versicherern verboten sei, Geschäfte mit internationalen Versicherungsunternehmen aus „unfreundlichen Staaten“ abzuschließen und Geld aus Verträgen an diese Unternehmen und Personen zu überweisen, die vor dem Inkrafttreten der Vorschrift geschlossen wurden. Was das für den Versicherungsschutz des einzelnen Unternehmens heißt, ist noch nicht belastbar klar. Unsere russischen Partner der GrECo Russia können aber weiterhin lokal tätig werden und Versicherungsschutz bereitstellen.

Wir beobachten die Situation genau und können dafür auf Informationen aus erster Hand zurückgreifen. Sprechen Sie Ihre Kundenberaterin oder Ihren Kundenberater bei Fragen gern an, sie ziehen im Zweifelsfall das Wissen unserer Expertinnen und Experten für internationale Versicherungsprogramme und die lokalen Fachleute in Russland heran.

Greifen Kriegs- und Terrorklauseln oder -ausschlüsse bei meinen Versicherungen?

Grundsätzlich finden sich Ausschlüsse wegen Kriegs- oder Bürgerkriegsereignissen, Aufruhr und Streik etc. in allen Versicherungssparten wieder. Denn diese Vorkommnisse haben vor allem gemeinsam, dass es sich um nicht kalkulierbare und steuerbare Kumulrisiken handelt, die kein Rückversicherer oder auch Erstversicherer übernehmen kann.

Die Ausnahme ist die Transportversicherung in Bezug auf Seetransporte und Luftbeförderung, weil dort in der Regel zunächst ein einzelnes Risiko betroffen ist, nämlich das Schiff oder das Flugzeug. Allerdings haben die Versicherer in der Regel in ihren Verträgen ein zweitägiges Sonderkündigungsrecht, um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können. Von diesem Recht haben verschiedene Versicherer inzwischen auch Gebrauch gemacht.

Mehr zu den einzelnen Themen finden Sie in den Beiträgen zu den Auswirkungen der Ukraine-Krise auf die unterschiedlichen Versicherungssparten. Bei allen Fragen wenden Sie sich gern an Ihre deas-Kundenberaterin oder Ihren deas-Kundenberater oder nutzen Sie diesen Kontakt.

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